Naturgarten Infos

Wozu eigentlich ein "Naturgarten"?


Grüneule an Könisgkerze

Das “Insektensterben” ist inzwischen auch in den Medien angekommen. Leider ist durch die intensivierte Landwirtschaft und Flächenversiegelung

kaum noch Lebensraum für Wildpflanzen übrig. Aber die Wildpflanzen sind die Basis unseres Lebens. An ihnen entwickeln sich die Insekten, die wiederum von Vögeln, Amphibien & Reptilien gefressen werden, und die wiederum von vielen Säugetieren. Auch von den über 500 Wildbienenarten, die bei uns in Deutschland heimisch sind, sind viele auf einzelne Pflanzen-(Gruppen) spezialisiert. Ohne eine Vielfalt an heimischen Pflanzen finden viele Wildbienen (und andere Insekten) keine Nahrung mehr und sterben aus. Die in Gartencentern angebotenen “bienenfreundlichen Pflanzen” sind nur selten heimisch und werden daher häufig nur von einer Bienenart, der Honigbiene, angenommen. Unsere domestizierte Honigbiene leistet, bis jetzt, einen zuverlässigen Bestäuber-Beitrag, wodurch die Pflanzen bestäubt werden, die auch uns Menschen als Lebensgrundlage dienen. Jedoch sollte man die Wildbienen und Hummeln nicht unterschätzen. Sie bestäuben genauso gut (oft sogar effektiver) als die Honigbiene. Und je mehr Arten vorhanden sind, desto besser können Schwankungen/Katastrophen (Klimawandel) überstanden werden. Je mehr Vielfalt, desto besser!

Mehr Infos (heimische Pflanzen sind nicht das einzige, was einen Naturgarten ausmacht) gibt es zum Beispiel auf der Seite des NaturGarten e.V.

Pflege von Wildpflanzen


Spinnweb-Hauswurz an Trockenmauer

Trockenheitsresistente Wildpflanzen muss man in der Regel nicht gießen. Etwas feuchtigkeitsliebendere Pflanzen kann man bei hängenden Blättern zusätzlich Gießen, sodass sie nicht vertrocknen.

Die Natur hat jedoch vorgesorgt, sodass sie auch ohne unsere Hilfe zurecht kommen: Ausdauernde/mehrjährige Wildpflanzen (= Wildstauden) können bei langen Trockenperioden vollständig vertrocknen, treiben aber i.d.R. spätestens im nächsten Frühjahr wieder aus. Einjährige oder Zweijährige Wildpflanzen können im Notfall vorzeitig die Samenreife erreichen, sodass sie sich trotz schwierigen Bedingungen durch Selbstaussaat erhalten.

Wer im Herbst abgestorbene Pflanzenteile entfernen möchte, bitte dies erst im Frühjahr machen, sodass Tiere (z.B. Raupenpuppen) erfolgreich überwintern können. Alternativ die abgeschnittenen Stängel hochkant in einer Gartenecke lagern.

Am richtigen Standort gepflanzt, sind Wildpflanzen meist viel robuster als Züchtungen. Sie “kennen sich hier aus”, müssen theoretisch weder gegossen noch gedüngt werden und vermehren sich selbstständig. Ein Naturgarten (mit heimischen Pflanzen) ist nicht nur spannender und umweltfreundlicher, er kostet demnach auch weniger Geld und Zeit.

Holen wir uns die Natur zurück in unsere Gärten. Jede Wildpflanze ist ein Gewinn!